Julie schreibt Gedichte

Jedes mal wenn Helge erst im Morgenlicht nachhause kam, muss etwas geschehen sein - diesmal
nämlich - so plötzlich - geschah für seine Verhältnisse fast schon zuviel. Er hatte soviel Nichtgeschehen
in sich - soviel Nichtvorhandensein - und plötzlich - wie ein Schnitt - genauso überraschend - wo soll ich
anfangen, wo.

Ines, trotz ihrer strahlendblauen Augen - sie war nicht sein Gegenstück - kaum erreichbar - sie würden
sich verrennen in Scheinbarkeit - was allein schon in ihrer Helligkeit begründet war - den Worten
Hellblau oder Strahlendblau - Scheinbarkeit also vor dem Hintergrund, dass sie sich von Helge mehr
versprechen würde, als Helge bieten konnte - und Helge sich von ihr mehr versprach, als sie ihm geben
wollte. Nur weil sie dich anlächelt oder anschaut, heißt es nicht, dass sie dich auch meint.

Da traf Helge sich zum Abendessen mit Renè - ein überraschender Angriff einer guten Bekannten, die
ein Computerproblem mit einem Essen verbinden wollte - plötzlich saß Helge am Küchentisch von Renè
alias So-ist-das-halt. Er nannte sie so, weil sie jeden Monolog mit ja-So-ist-das-halt beendete. Sie
kannten sich seit Jahren - solange, dass sie eigentlich gar nicht mehr wussten woher. Geträumt war sie
jedenfalls nicht - immer wieder erscheinen Leute, die du ohne großes Zutun nicht mehr verlierst. Oder
wenn du glaubst, sie verloren zu haben, erscheinen sie plötzlich mit einem Anruf.

»Ich war begeistert von ihr - ihrer tiefen Stimme - und ihrem Glucksen nach jedem Satz - aber immer
dachte ich - sie inszeniert das nur - Madame. Eine Frau, für die es keine anderen Frauen gibt - ach
was, eine jener Frauen, die im Mittelpunkt zu stehen scheinen - einem Mittelpunkt, den sie selbst
erfinden - ein Großraum melancholischen Gesichtsausdrucks, der etwas Erpresserisches hat - man
macht sich immer auch Sorgen um sie - eine wirklich kompetente Frau, wenn es darum geht, die
Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ..., die Fähigkeit, selbst die größte Niederlage in einen Witz zu
verwandeln, und sei es, dass man jeden Monolog mit So-ist-das-halt beendet. Sie ... machte nie einen
Hehl daraus, wenn sie müde war - und wenn sie lebendig schien, war sie gleich auch wieder müde - und
irgendwie war sie der Inbegriff an Launigkeit - vor allem in Helges Nähe... sie gab sich keine Mühe
mehr - wie ein alterndes Weib ignorierte sie ihn fast. Sie ließ aber dennoch nicht locker. Denn immer,
wenn Helge sich zurückzog, weil er bei ihr nichts erreichen würde, meldete sie sich. Per SMS, per Mail,
plötzlich war sie wieder da. Selbst wenn Helge schon eine Woche Abschied genommen hatte, war sie
wieder da - schrieb ihm, er solle sie mal anrufen ... und entgegen seiner Absicht rief er sie an.

Aber das war noch nicht der eigenartige Abend. Der nämlich war ... - die Aura - ... eine einzige
Täuschung. Jedes mal wenn er mit der Sonne nach Hause kam, muss etwas geschehen sein - so
plötzlich.
»Ich sehe diese Gesichter und mit diesen Gesichtern bin ich glücklich, und plötzlich steht es noch
einmal vor dir - abgewandelt - und die Aura, die wir erlebten - nachdem wir gegessen - Wein getrunken
hatten - den Raum erlebten - dieser eigenartige Moment - banal«
schnauft
»die Nacht noch saßen wir in einer Bar, ich komme morgens um Sieben nach Hause, lege mich zu Bett
und weiß, man hat um elf Uhr einen Termin - «

Am Nachmittag ging ich auf einen Geburtstag. Ein kinderfreundliches Treffen nachmittags um vierzehn
Uhr - und es erschien ein ganzer Haufen Leute - einige Kinder ... und auch mein Schriftstellerfreund,
dem ich meine Geschichte dann anvertraute.
»Vielleicht schreibst du sie besser, ich hab eh keine Zeit,« sagte ich.
»Vielleicht gebe ich dir einfach ein Band, ein Diktaphon, da sprichst du alles drauf, und dann sehen wir,
ob wir damit etwas anfangen können.«

»O.k., buchstabieren wir das anders:
Der Tag nahm eine sehr überraschende Wendung. Als wir abends zusammen saßen und unsere
Bohnen mit feinen Backkartoffeln und Rindersteaks zu uns nahmen - ein Essen, das ich immer mit
Nora feierte - und diese Nora in meinem Kopf - gell - dass es keine sogenannte Naivität mehr gibt -
dass es keine Freiheit gibt von Erinnerung - keine Unbesetztheit - dass alles zu einem So-ist-das-halt
wird ... - wir kennen das. Und wie sie doch ein unglaublich charmantes Lächeln an den Tag legt - ein
unglaublich charmantes Lächeln - als könnte der, der dem nicht glaubt, sich schuldig machen - wofür
ich sie jedesmal küssen könnte ... die aber, ohne es zu wollen ... an diesem Abend einem Phänomen
beiwohnte. Nämlich eine den Raum betretende Frau, ... französischer Akzent ... raumausfüllend ...
einfach eine Erscheinung ... dieser wunderbar ausgefüllte Raum - ich weiß nicht, was das war ... dieser
Abend ... ich begegnete ihr das erste Mal in meinem Leben und wusste gleich Bescheid.

Wir saßen in einer etwas eigenartigen Konstellation zusammen, da waren vor mir drei Frauen und ich
suchte ihren Körper ab. Ich ertappte mich dabei, wie ich verbrecherisch ihren Körper ausspähte - ich
suchte die Fülle ihrer Brüste, aber da waren keine. Ich sah in ihr Gesicht - da sah ich immer wieder hin
- und in diesem Gesicht sah ich Linien - weiche Züge, die ich ungefähr vor zehn Jahren gesehen hatte -
ich sah dieses Gesicht mit dem vollen Mund - mit einer fast hilflosen Mimik - aber man soll ihr nicht
helfen - und trotzdem fühlte ich mich in dieser Frau gefangen. Sie brachte eine andere Stimmlage in
den Raum. Wir sortierten wieder ... wir hatten die Neunziger geklärt, die Achtziger ... wir hatten die
Zweitausender geklärt, Computerweisheiten, Musik ... und ... So-ist-das-halt sagte immer So-ist-das-
halt. Als gäbe es etwas, was wir noch nicht wussten.
Sie spricht französisch. Das hat mich erschreckt. Sie heißt Julie. Ich habe doch im Scherz mit Rosa
immer über Julie nachgedacht - wir haben uns das scherzhaft zugerufen - beziehungsweise hat Rosa
immer wieder ihre Briefe mit Julie unterschrieben - ich bin mit Rosa zusammengewesen, wo ich im Kopf
mit Julie zusammen war.

Sie wirkte ... in diesem Raum ... mein Gott, dachte ich, sie ist schon wieder zu jung. Und diese Frau
schreibt Gedichte. Ein Gedichtband existierte schon. Ein Buch. Herausgegeben ... bei einem
anerkannten Verleger ... der seit vierzig Jahren einen Verlag hat ... sie hat rausgestrichen,
umgeschrieben ... sie hat fünf Verlage angeschrieben - und einer hat geantwortet ... und dieser
renommierte Verlag ... der immer wieder kleine Bücher herstellt, hat sie gewonnen.
Schließlich fragen wir uns, wie alt sie ist - diese Frage kommt von den beiden anderen Frauen ... die
auch ... ja ... wie alt sind wir eigentlich ... da wurde sich an ihr Alter herangeprostet ... und sie bekennt
freimütig, sie sei sechsunddreißig Jahre alt. Während ich mich eh nicht mehr zu bekennen brauchte ...
und So-ist-das-halt war auch schon vierunddreißig, da sagte Julie, sie sei sechsunddreißig - und sah
aus wie Ines. Oder Nora vor zehn Jahren. Da war sie fünfundzwanzig.
»Sie hat wahrscheinlich viel geschlafen, sie ist morgens aufgewacht und hat Gedichte geschrieben«,
scherzte Renè. »Aber«, sagte So-ist-das-halt, »sollte ich wieder lesbisch werden, dann heute.«

Ich war dabei, mich in So-ist-das-halt zu verlieben und So-ist-das-halt sagte, sie könnte wieder
lesbisch werden. Ein Traumbild, um das wir Falschzungen winkeln - eine Lyrikerin, die französische
Gedichte schreibt.
Ich habe nun zwei Nummern von ihr ... eine Telefonnummer, die nur noch eine Woche gilt ... eine
weitere Nummer, die nach der Woche gilt. In meinem Kopf finden nun die Gespräche unter den Frauen
statt ... na, da kann man nichts machen, wenn zwei sich finden ... ein Zufall, von dem ich ausging,
dass er erzwungen werden musste, war diesmal ... sogar in der Telefonnummer erkannte ich eine
Übereinstimmung ... 7 6 8 1 steht in den letzten vier Ziffern ihrer Nummer, meine Telefonnummer hat
die ... 8 7 1 6 am Ende.
Ich hatte von einem Fest in der Nachbarschaft erzählt ... dieses Fest war allerdings sehr verhalten,
weswegen wir nicht lange blieben ... wir suchten ein Konzert auf, das schon beendet war ... und
landeten in einer Bar in der Lychenerstraße. So-ist-das-halt erzählte nun ihrerseits von einer zufälligen
Begegnung ... ein Liebhaber, der sie im Dezember verlassen habe ... weil er noch eine Frau hatte ...
das hätte etwas werden können, und dann hat er eine echte Frau ... die damals, als wir uns
kennenlernten, im Ausland war. So-ist-das-halt.
Wir saßen plötzlich allein in diesem Trash. So-ist-das-halt war gegangen, die Freundin von So-ist-das-
halt war auch gegangen - wir saßen uns gegenüber ... und ich war mir nicht im Klaren darüber, wieso wir
uns nun plötzlich gegenübersitzen, wo ich sie als überraschende Erscheinung, nein als aufgeladene
Erscheinung ... ich hab’ doch vor kurzem ... Entschuldigung ... ich hab’ vor kurzem - und das mit
lautem Ton gesprochen ... ich habe vor kurzem fantasiert, dass sich zwei Protagonisten auf einen
Ausflug in den Norden einigen. Ich sitze in dieser Kneipe und erzähle ihr von der Ostsee und sie fängt
an zu schwärmen von der Ostsee ... ruft: das ist doch absurd ... absurd ist ihre Vorliebe für die Ostsee
- sie erzählt mir ... sie habe da einen Freund wohnen - und dieser Freund schreibe gerade ein Buch
über die Langeweile an der Ostsee - das ist doch absurd. Und sie habe sich ein Buch gekauft, in dem
es um nichts als eine Philosophie der Langeweile ging.

Und ich habe schon mindestens fünf Bücher in meinem Kopf druckfertig über die Philosophie der
Langeweile ... ich bin mit dieser Philosophie durch den Grunewald gelaufen ... ich habe all meine Noras
... und Rosas ... in den Boden gestampft ... beim Gehen, beim Verfassen, beim Schreiben meiner
Philosophie über die Langeweile in meinem Kopf. Und ich sei ja wohl auch ein bisschen verrückt, sagte
sie, und lachte, geradeso, als sei sie auch ein bisschen verrückt. Und dann sind wir uns einig, natürlich
sind wir uns einig, ich fühlte mich plötzlich abgebildet, aber auch entstellt ... die Hand, die sich auf die
Wange legt ... die nur noch eine Fratze darstellt ... vor .. einer ... so ... schönen ... Frau.
Die mich anguckt, die immer auch verschmitzt wegguckt ... und froh ist, wenn wir uns nicht zu intensiv
angucken. Nicht heute ... nicht jetzt ... nicht so plötzlich.
Nicht zuviel vom Zufall. Dann tauschten wir unsere Nummern aus. Wie gesagt, die mit dem
Zahlendreher, 8 7 1 6 ... das ist gedreht - und als ich ihr die Nummer rüberreiche, reicht sie gleich die
nächste Nummer rüber, über die sie ab Juni erreichbar ist.

... Ich bin mit einer Frau bei Sonnenaufgang durch die Straßen gezogen ... das ist ein gutes Zeichen.
Wenn man bedenkt, dass man schon monatelang gesichtslos war. Oder wie ich da fantasiert hatte, ich
bin ja gar nicht vorhanden. Plötzlich taucht dieser Mensch auf. Was ist das für ein Mensch. Klar fragt
man da nach. Ich habe nach ihrem Vater gefragt. Ihr Vater sei ein schweigender Bär. Der spricht nichts.
Und sie spricht von ihrer Schüchternheit. Sie sei so schüchtern. Sie hörte von mir das Wort Feuerwand.
Brandmauer?, fragte sie, und sprach von der Trennung zwischen Kind Mutter und Vater durch das
Schweigen des Vaters, der nie etwas sagt ... aber die Mutter, die hat immer geredet ... Ja Ja, oder Oui
Oui ...

Warum sie ihre Prosa nicht weiterverfolge ... das hat sie nicht beantwortet ... sie nimmt aus ihrer Prosa
die wesentlichen Bausteine für ihre Lyrik. Sie schreibt Prosa als Notizen des Tages ... sie findet in der
Lyrik einen Ausdruck. Oui.
Jedes Wort - jedes - ist subversiv, denn jedes Wort hat einen Wert.
Sie sagte, sie kann keine Prosa schreiben, weil in ihrer Prosa nichts geschieht. Es finden keine
Aktionen, keine Handlungen statt. Es finden eben keine Geschichten statt, sie kann nicht erzählen,
sagt sie. Ich muss nicht erzählen, sagt sie, ich kann nur Gedichte schreiben ... obwohl man ahnt, dass
sie schwindelt, einfach weil sie behauptet, sie könne nicht schreiben, aber sie sagt es mit so einer
Eindringlichkeit, die erstmal erreicht werden will - plötzlich sagt dieser Mensch, ich kann nicht schreiben
... deswegen schreibe ich Gedichte ... wir werden uns kaum verständigen können, denn ich spreche
kein Französisch ... überhaupt nicht. Nur Projektionen - meine Spiegelwelt. Ich wieder in meiner
Wortwelt unterwegs und begeistert, dass da jemand wenigstens Gedichte schreibt ... dass da jemand
wenigstens schreibt ... weil ich kaum Leute kenne, die schreiben, und dann kommt eine Frau mit der
gleichen Telefonnummer - die kann plötzlich schreiben ... sie hat schon veröffentlicht.

So-ist-das-halt hat mich zum Abschied geküsst. Sie ist gegangen, als sie spürte, dass dieser Abend für
sie nichts mehr hergibt - sie ist gegangen und hat mich geküsst - ein einziger und letzter Kuss -
unsere einzige sexuelle Berührung.
Die Haut einer Schale, die man vorsichtig über den Gang trägt - sie geht sofort kaputt, wenn man sie
fallen lässt. Sie fragt mich nach meinem Namen und ich sage Helge. Helge heißt übersetzt Heiligkeit.
Dabei hätte eigentlich sie Helge heißen können. Als sie den Raum betrat und ich ins Schweigen fiel -
tatsächlich - weil ich plötzlich Respekt vor ihrer Angst hatte - oder eine Verwunderung über ihre
Zerbrechlichkeit - ihr Lächeln - diese Sanftheit - dieses Lächeln beim Sprechen, das nicht mal
verführerisch sein will, es dadurch aber ist. Was eine große Verführung bedeutet - man verguckt sich
einfach und verschwindet in diesem Gesicht - man darf ja nicht darin verschwinden, weil sie bricht,
zerbirst, und klirrt - sie fällt auseinander, wenn man ihr zu nahe kommt. Das berührt etwas, was einen
in die Vorsicht bringt - eine Vorsicht, die Respekt heißt. Ein Warten das Schönheit bedeutet. Sie ist
sofort auf einer anderen Ebene von Schönheit, dachte ich, das ist eine Schönheit, die nicht Stoff ist -
sie hat etwas Weltabgewandtes.

Wenn man mich fragt, was ich so mache - was macht man denn den ganzen Vormittag - man hat ja
wieder nur geschlafen - die Verabredung war um fünfzehn Uhr. Vierzehnuhrelf werde ich wach und muss
mich beeilen und stürme los. Ich war angeschlagen - auch vom Alkohol angeschlagen. Oui. Dieser
Termin wieder ein Geschäftsessen - wir haben uns an die Absprachen zu halten - wir haben ein Angebot
eingereicht, und es sieht so aus, als würde die Geschäftsführung einmal auf unser Angebot so
eingehen, wie es da steht. Hundert Prozent. Und dieses Daraufeingehen haben wir auch unserer
Vermittlungsstrategie zu verdanken, denn wir sind auch auf sie eingegangen - ein sauberes
Geschäftsgespräch - es scheint, als hätten wir die nächsten acht bis zehn Wochen zu tun. Oui.

Auf dem Rückweg - ich bin kaum in der Lage, Rad zu fahren - rufe ich So-ist-das-halt an, und frage,
ob wir am Abend noch in ein Konzert gehen - ein Gitarrenabend - aber sie wissen es noch nicht - sie
liegen im Bett und haben es gemütlich - liegen dort im Bett, gucken ein bisschen Fernsehen und
haben es gemütlich, die beiden - ob Julie dabei ist, erfahre ich nicht - es soll noch eine Freundin
kommen - das kann auch Julie sein - das erfahre ich nicht. Ich werde jetzt nichts mehr erfahren von
Julie - nicht über So-ist-das-halt, denn So-ist-das-halt ist wieder lesbisch geworden.

Sie hat mir die Nummer gegeben für die nächste Woche. Und dann die Nummer für die darauffolgende
Woche, weil sie geahnt hat, dass ich mich möglicherweise nächste Woche nicht melde - das war aber
vielleicht eine Einladung zum Anruf schon nächste Woche - und das Cafe hat sie auch schon verraten
... schräg gegenüber vom Museum. So wie ich meine eigene Straße plötzlich als eine von Künstlern und
Kunst interessierten Menschen belebte betrachte ... ich wohne plötzlich in einer sehr schönen Straße. In
dieser sehr schönen Straße wird auch Julie bald wohnen - sie hat nämlich nur noch eine Woche drüben
hinter der Kirche zu wohnen, und dann kommt sie in die sehr schöne Straße, wo ich wohne.«

»Sprich das ruhig aufs Band - denn immer wenn du es sprichst, als gäbe es dazu eine Regieanweisung
- oder wenn du dir etwa vornimmst, so spricht das ein Schauspieler, oder so sagt man es, wenn man
sich unterhalten will, oder so sagt man es, wenn man es verstehen soll, oder so sagt man es, wenn
man Kabarettist ist ... nein, sprich es ohne Punkt und Komma, und mach nicht so einen Wind um
deine Worte ...«

Wenn Helge zum Fenster hinaussah und sich wunderte, dass eben noch ein klarer Himmel und dann,
eine Stunde später, dieser Himmel mit großen Formationen verhangen war - ... ein Wolkenhimmel, ein
schöner Montagmorgen, an dem alles noch mal begann.

Während ich Helges Stoff schon einmal vorgetestet habe - ich habe dieses Manuskript rausgegeben
und eigentlich hätte ich ahnen können, dass es zu früh war - geradeso, als wollte ich unser Vorhaben
schon wieder in Frage stellen - als sei ich darauf hinaus, es zu stürzen. Als müsste ich mich beeilen,
unsere Uhr läuft ab, wir haben nicht viel Zeit, mit den Worten - unserem Buchstabenmeer.